Einführung

Sehr geehrte Patientin
Sehr geehrter Patient

Sie interessieren sich für die Gallenblasenoperation – entweder aus Interesse oder bei Ihnen wurden Gallensteine diagnostiziert.

Ich hoffe, dass ich mit meiner 20–jährigen Erfahrung Ihnen nicht nur das nötige Wissen, sondern auch das Vertrauen geben kann, diese Operation durchführen zu lassen.

Bevor wir zur Operation und zu den Operationstechniken kommen, möchte ich Ihnen kurz die Funktion und Anatomie der Gallenblase erläutern und die häufigste Krankheit, das  Gallensteinleiden, erklären. So können Sie sich die Operation und die nachfolgenden Veränderungen besser vorstellen.

Die Funktion der Gallenblase

Die Funktion der Gallenblase besteht aus einem Reservoir des Gallensaftes. Die Leberzellen produzieren pro Tag über 1000 Milliliter Gallensaft. Dieser fliesst zu einem Teil direkt über den Hauptgallengang in den Zwölffingerdarm, der restliche Teil der Galle wird in die Gallenblase befördert und dort gespeichert. Darum kann sie auch ohne  nachteilige Auswirkungen entfernt werden.

Die Funktion der Gallenflüssigkeit

Die Funktion der Gallenfüssigkeit ist entscheidend bei der Verdauung von Fetten sowie bei der Ausscheidung von gewissen Abbauprodukten. Aufgrund der Speicherung
der Galle und unserer Nahrungsaufnahme (mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag) kann es zur Entstehung von Gallensteinen kommen. So werden die häufigsten Erkrankungen der Gallenblase und -wege durch Gallensteine verursacht. Oft werden Gallensteine auch überhaupt nicht bemerkt. Erst bei einer Untersuchung mit dem Ultraschall werden sie nachgewiesen.

Die Lage der Gallenblase

Die Gallenblase ist ein ovales, etwa dreimal acht Zentimeter grosses Hohlorgan, welches am Leberunterrand liegt. Das Gallengangssystem aus der Leber, wo die Leberzellen Gallenflüssigkeit herstellen und diese in die Gallengänge abgeben, mündet am Leberunterrand in einen Hauptgallengang, der die Leber verlässt. In diesen Hauptgang mündet der Gang der Gallenblase. Der Hauptgallengang führt über die Bauchspeicheldrüse zum Zwölffingerdarm, wo er zusammen mit dem Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse in den Darm einmündet.

Beschwerden

Befinden sich Steine in der Gallenblase oder in den Gallenwegen, kommt es zu Entzündungen, welche verschiedene Beschwerden verursachen können. Erste Beschwerden können Oberbauchschmerzen, Unwohlsein, Blähungen oder Verdauungsprobleme nach fettreichen und grossen Mahlzeiten sein. Oft meiden diese Patienten unbewusst fettreiche Speisen oder Nahrungsmittel, die diese Beschwerden auslösen können.

Bei der Gallenkolik sind es typischerweise krampfartige und brennende Schmerzen im rechten und mittleren Oberbauch, die Minuten oder mehrere Stunden anhalten können. Auch kann eine Schmerzausstrahlung in die rechte Schulter und/oder in den Rücken beobachtet werden. Manchmal sind diese Schmerzen von Brechreiz oder Durchfall begleitet. Bei einer akuten Gallenblasenentzündung leidet man unter Fieber, Unwohlsein und Appetitlosigkeit.

Gallenblasensteine können auch lange keinerlei Symptome hervorrufen. Oft werden sie dann im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt. Bei der Abklärung wird nach den üblichen Untersuchungen (Befragung, körperliche Untersuchung und spezielle Blutuntersuchungen) die Ultraschall-Untersuchung angeordnet. Mit dieser lässt sich praktisch immer nachweisen, ob sich Steine in der Gallenblase befinden, die Gallenwege gestaut sind oder die Gallenblasenwand entzündet ist. Bei seltenen Unklarheiten muss zusätzlich eine andere Untersuchungsmethode, wie zum Beispiel die Computertomographie (CT) oder die Magnetresonanztechnik (MRI), angewendet werden.

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